ju_wien schrieb am 17.04.2022 auf vernadelt.at: Dieser Tage bin ich über Vishyvankas gestolpert, das sind traditionelle bestickte Blusen und Hemden aus der Ukraine https://en.wikipedia.org/wiki/Vyshyvanka (Ähnliche gibt es auch in anderen Ländern Ost- und Südosteuropas.)
Mittwoch, 20. April 2022
Samstag, 19. Februar 2022
Gabelstich
ju_wien schrieb am 20.02.2023 in vernadelt.at:
In der "Fachkunde Kleidermachergewerbe" von Salatsch und Werner (Wien,
1920) steht in der Materialkunde, dass es lange, halblange und kurze
Nähnadeln gibt. Lange würden in der Damenschneiderei verwendet, wo "für
den sogenannten Gabelstich und insbesondere zum Einziehen von Volants
und Rüschen eine besondere Länge der Nadel erforderlich ist", halblange
in der Herrenschneiderei und kurze von Schustern.
Gabelstich
kenne ich nicht, Suchmaschinen liefern mir Chronikmeldungen über
Verletzungen mit Gabeln. Auch die Suche nach Beschreibungen von
Handstichen im Web und in alten Büchern war bis jetzt nicht erfolgreich.
Wie also geht der Gabelstich?
Meine einzige Idee ist, dass der
"Gabelstich" etwas mit Reihfäden (zum Einreihen von weiten Röcken,
Rüschen, Puffärmeln ...) zu tun hat, denn ich glaube, dass ich im
Zusammenhang mit Dirndln irgendwann den Ausdruck "aufgabeln" gelesen
habe. Das wäre dann einfach eine Variante von Vorstich, wobei man immer
mehrere Stiche macht, bevor man den Faden durchzieht.
Weiß jemand mehr?
ju_wien antwortete wenig später:
Selbst gefunden, nicht den Ausdruck "Gabelstich", sondern "gabeln" - und
dabei gelernt, dass ich das Einreihen in all den Jahren falsch gemacht
habe! Und einen Expert_innenstreit habe ich offenbar auch gefunden
Für gewöhnlich glaubt man, einreihen zu können, wenn man durch Gabeln mit der Nadel einige Vorstiche ausführt, die Nadel aus dem Stoff zieht und von neuem gabelt. Das hat jedoch mit fachgemäßem Einreihen nichts zu tun, denn bei diesem bleibt die Nähnadel von Anfang bis Ende einer Reihlinie im Stoff, ohne zwischendurch ausgezogen zu werden. Der Reihfaden muss der Länge des einzureihenden Teils entsprechen, die Reihnadel soll möglichst kurz sein. Man beginnt mit Knoten und befestigendem Rückstich, gabelt die Nadel in den Stoff und hält den Stoffrand zwischen Daumen und Zeigefinger beider Hände. Den Arbeitsanfang steckt man am Schoß fest, so daß der Stoffrand gestrafft werden kann. Nun schiebt man mit dem Mittelfinger der rechten Hand die von Daumen und Zeigefinger gehaltene Nadel vorwärts, während die linke Hand den Stoff vor der Nadel auf- und abbewegt. Die Nadel faßt stets einige Gewebefäden, führt also die Stiche aus, die höchstens 2 mm lang sein dürfen. Der Reihfaden zieht sich dabei von selbst nach; bei langen Reihlinien kann etwa in der Hälfte der Länge die Nadel einmal heraus und der Faden nachgezogen werden, so daß er da als Schlinge hängenbleibt. - Um die Stoffweite besser verteilen zu können, reiht man mindestens zweimal im Abstand von 1/2 - 1 cm. Die Fadenenden befestigt man zunächst, indem man sie mehrfach um senkrecht eingesteckte Stecknadeln wickelt. Erst wenn die Weite feststeht, werden die Reihfäden von links fest verstochen.
Quelle: Hilde Vavra: Grundlehre der Schneiderei, Leipzig, Berlin, 1935.
"Gabeln" ist also kein speziell österreichischer oder süddeutscher Ausdruck, sondern auch weiter im Norden üblich (gewesen). Es dürfte einfach das (gerade?) Einstechen der Nadel in den Stoff bezeichnen (was aber bei jeder Art von Stich passiert?) Zum Unterschied von Salatsch und Werner (für den Gabelstich sind Nadeln besonderer Länge erforderlich), verwendet Vavra möglichst kurze Nadeln. Die von ihr angegebene Stichlänge von 2 mm halte ich zum Einreihen für etwas kurz - da entstehen keine Fältchen, sonder nur winzige Kräusel. So enges Einreihen ist bei hauchdünnen Stoffen sinnvoll oder, wenn man gar nicht einreihen will, sondern nur einhalten, also keine Kräusel sichbar sein sollen, sondern der Stoff an dieser Stelle kürzer werden soll (vor allem bei Ärmelkugeln oder an der hinteren Schulternahtlinie oder wenn man irgendwo einen Abnäher vermeiden will und die Überweite oder -länge lieber einhält). Bei einem Baumwollrock, einer Schürze oder gezogenen Blusenärmeln würde ich eine Stichlänge von ca. 4 - 6 mm verwenden, viel länger nicht, da sich die gezogene Partie sonst schlecht weiter verarbeiten lässt.
Wenn man damit rechnet, dass man den Rock irgendwann in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten weiter machen muss, ist es übrigens schlau, die Reihfäden innen nicht zu vernähen, sondern zu verknoten und etliche cm hängen zu lassen.
Mittwoch, 16. Februar 2022
Einen Raumanzug nähen
Vor der Aufgabe, für den Nachwuchs einen Raumanzug als Faschingskostüm zu nähen, stand schon manche Amateurschneiderin. In dem Artikel bei Threads geht es aber um echte Raumanzüge und um die Schneiderinnen, die seinerzeit die Raumanzüge für die Mondlandung genäht haben: https://www.threadsmagazine.com/2022/02 ... ng-history
Sonntag, 6. Februar 2022
Schluppenblusen
insa-ana und ich haben im Sommer 2020 im Forum über Schluppenblusen diskutiert. Ausgangspunkt war ein Foto in der Vorschau auf ein Burda-Heft, das sich später aber als Kauf-Modell herausstellte und keine Schluppenbluse, sondern ein dünner Pullover mit Schal war. Da wir dort über alles und jedes diskutiert haben (Garten, Gäste, Kochen, Schnittkonstruktion nach Gnan, Müller und Hofenbitzer), hier nur die Linksammlung:
https://www.burdastyle.de/naehideen-schluppenbluse-herbst_gallery
https://www.burdastyle.de/schluppenbluse-mit-puffarmeln-10-2020-109
insa-ana: Die Schluppenbluse aus dem vorletzten Heft finde ich hübsch nur eben
ohne Gummizug an den Ärneln. Ein Shirt wie die grüne verschlusslose
Bluse hatte ich schon, das war für mich im Auschnitt gerade so warm
genug. Aber ich mochte es.
Die einseitige Bluse finde ich auch mal eine interessante Lösung.
ju_wien: Ein ähnliches Modell wie die hellgrüne Bluse mit dem V-Ausschnitt habe ich vor 2 oder 3 Jahren genäht. Da war die Schleife etwas schmaler und die mit dem asymmetrischen Vorderteil hatte ich vor längerer Zeit schon auf meiner Wunschliste - wobei ich nicht sicher bin, ob mir der Schnitt wirklich gut gefällt oder ob ich vor allem in den schönen Seidendruck verliebt bin.
ju_wien: Eine etwas außergewöhnlichere Schluppenbluse, die mir gut gefällt https://sewing.patternreview.com/Patterns/103554
Diese Burda Bluse (aus 12/2019, Kurzgrößen) ist von der Idee her ähnlich https://www.burdastyle.de/produkt/magaz ... -122019-DL (seitliche Schleife, angeschnitten, mit Raffung), aber die "New Look" Bluse gefällt mir besser.
insa-ana: Die Schluppenbluse von Patternreview finde ich sehr hübsch . Die kommt auf die to do Liste. Bei der Burda Bluse finde ich den Stoff sehr schön.
ju_wien: Ja, die Seide hat es mir auch angetan. Irgendwo lagert sicher verpackt
die Otten-Beute und da ist ein Seidenimprimé dabei, für den ich schon
lange einen Schnitt suche (möglichst wenige Nähte, da ich das Muster
nicht zerschneiden will, soll aber trotzdem kein Sack sein).
Wenn
du dir einen Schnitt für die Bluse konstruierst, würdest du mir dann
zeigen, wie das mit der Raffung und den angeschnittenen Bändern
funktioniert? Theoretisch weiß ich ja, dass man einschneiden und
spreizen muss, aber konkret gemacht habe ich es noch nicht.
insa-ana: Ja klar, das Bild habe ich mir schon runtergeladen. Nur brauchen die für das langärmelige Modell weniger Stoff als für das ohne Ärme?
ju_wien: A ist das langärmlige Modell und B das ärmellose. Ich musste jetzt auch ein paarmal schauen, aber das passt schon.
Da gibt es noch mehr Fotos https://www.amazon.com/-/de/dp/B08KJQLC ... 186&sr=8-1 - Die Schulterpartie und das Armloch haben sie schön gemacht. Da könnte Burda sich was abschauen
Mich
würde interessieren, wie das "Bündchen" gelöst ist, davon gibt es ja
nur eine Zeichnung. Auf der ist das Bündchen so glatt, als wäre der
Ärmel gekräuselt und ein glatter Streifen aufgesteppt oder
zwischengefasst. Das erleichtert das Bügeln *nicht*. Ich würde da eher
einen Tunnel fabrizieren und da ein Band einziehen (oder auch nur ein
Gummiband), damit man das untere Ärmelende zum Bügeln glatt streifen
kann. Riegel wie bei einem Trenchcoatärmel könnten auch funktionieren
(sind aber viel Arbeit).
Die Versandkosten von dem
Amazon-Händler sind leider ganz schön heftig. Sonst hätte ich ohnehin
schon zugeschlagen, nur um die Neugierde zu befriedigen. Bei
Pattern-Review wird der Versand umso billiger, je mehr Schnitte man
kauft. Bis jetzt bin ich aber noch standhaft Und bei jedem dritten Klick bremst mich sowieso das Captcha.
insa-ana: Ich frage mich wie der Schnitt wirklich aussieht. Auf den Zeichnungen kann ich mal ein oder zwei Schluppenbänder erkennen. Auf dem Foto sehe ich nur eines das durch eine Schlaufe gezogen zu sein scheint. Der Wasserfallteil wirkt auf dem Foto extra eingesetzt und nicht angeschnitten wie auf den Zeichnungen.
Auf dem Foto kann man auch keine vordere Mittelnaht erkennen, die auf der technischen Zeichnung aber vorhanden ist. Dann muss man den Wasserfall einsetzen oder zumindest die Bänder ansetzen, weil die Stoffmenge ja irgendwo herkommen muss.
Ich hab ihn bestellt. Kann aus den USA allerdings ein paar Wochen dauern.
Von
dem Schnitt gibt es übrigens noch keine review, dürfte also recht neu
sein. Bei anderen Blusenmodellen kann man zig Ausführungen bewundern und
lesen, welche Änderungen die Damen vornehmen mussten und wie sie mit
dem Schnitt zufrieden waren.
Außer Konkurrenz ein Schluppen-Jerseyshirt https://sewing.patternreview.com/review/pattern/169305 - gefällt mir in dieser Ausführung besser als das Original https://jalie.com/jalie2921-scarf-collar-top-pattern - diese Maschen direkt auf Busenhöhe oder darunter sehen merkwürdig aus. Hier hat sie noch ein paar Fotos vom Projekt https://bespokeability.blogspot.com/202 ... ng_21.html
Das erwähnte Erklärungsvideo von Jalie ist hier https://www.youtube.com/watch?v=EFFj8-Q9AA0
(die ziemlich laute Musik kann man abschalten, denn es kommen keine
erklärenden Worte). Im Video erkennt man dann auch, warum das Annähen
des Schalkragens "Burrito-Technik" genannt wird. Beim Einrollen der
Teile und Stecken des Kragens muss man sorgfältig vorgehen, sonst
produziert die Overlock nachher Material für den nächsten
auszustopfenden Leseknochen
Wenn
man die Wendeöffnung nicht wie im Video, sondern ca. in der Mitte
macht, wird nicht nur das Wenden einfacher, sondern sie verschwindet
auch unsichtbar an der Innenseite hinten im Nacken, während die
handgenähte Wendeöffnung am Ende des Kravattenteils in Elastikjersey
ziemlich sicher nicht schön wird.
Bei Stoffen die sich leicht
verdrücken oder verziehen würde ich nur die losen Enden verstürzen und
die Innenkante des Kragens einschlagen und im Nahtschatten steppen oder
gleich mit der Hand.
Wer lieber französische Untertitel hat https://www.youtube.com/watch?v=xYpyC87MELc
Insgesamt
sind das aber empfehlenswerte Videos, wenn man noch nicht viel
Erfahrung im Nähen mit Overlockmaschinen hat. Und sie machen auch
deutlich, dass Passzeichen bei elastischen Stoffen zumindest ebenso
wichtig sind wie bei unelastischen Webstoffen.
//Update,
Ergänzung: Laut der Beschreibung bei Patternreview und den
Produktbildern gibt es eine Variante, wo die Schalbänder durch eine
Öffnung in der vorderen Mittelnaht gezogen werden. Die Markierungen
dafür sind auf dem Schnittteil im Video nicht erkennbar. Außerdem frage
ich mich, wie sie das mit der Overlockmaschine hinkriegen ;-) Außerdem
ist mir aufgefallen, dass sie die Kragenteile auch auf die Nahtzugaben
des Vorderteils aufgesteppt haben und nachher, beim Verbinden der
Vorderteile bis genau darunter gesteppt haben - ohne Einzwicken. Es gibt
dort also eine kleine Überlappung. Bei sehr elastischem und eher dünnen
Jersey funktioniert das, bei widerspenstigeren Stoffen sicher nicht.
von insa-ana » 24.10.2020 12:43
Da bin ja echt gespannt. Mich würde dann echt interessieren wie der Wasserfallteil aussieht.ju_wien hat geschrieben:Ich hab ihn bestellt. Kann aus den USA allerdings ein paar Wochen dauern.
Von dem Schnitt gibt es übrigens noch keine review, dürfte also recht neu sein. Bei anderen Blusenmodellen kann man zig Ausführungen bewundern und lesen, welche Änderungen die Damen vornehmen mussten und wie sie mit dem Schnitt zufrieden waren.
Das Shirt finde ich eine lustige Idee. Bei der Naht ein Stück offen zu lassen und da den Schal durch zu ziehen finde ich sehr hübsch. Die Methode mit Knoten gefällt mir auch gut.
Einfache Schleifen an den Ärmelbündchen https://1.bp.blogspot.com/-PMw4hTAsliQ/ ... detail.jpg
Das Kleid dazu muss ich für mich nicht haben (weder den Schnitt noch den Stoff - obwohl der Stoff praktisch ist, da man weder Nähfehler noch Dreck sieht) Fall https://nahtzugabe.blogspot.com/2020/06 ... z-das.html
DP Studio hat ein paar interessante Schnitte im Angebot, allerdings relativ teuer (à la Vogue). Und sie bieten unter dem Titel "Basis patterns" einzelne Schnittteile an, also Grundschnitte für Ärmel, div. Kragenformen, div. Oberteilformen usw. die man dann abwandeln und kombinieren kann. Ist allerdings ein kostspieliges Puzzle und einige der Grundschnitte kosten mehr als ein fertiges Kleidungsstück einer mittelgünstigen Marke (und man sollte in bisschen Erfahrung haben, um um zu erkennen, was sich kombinieren lässt und was nicht. Dann hat man aber schon eine entsprechende Schnittsammlung und braucht keine einzelne Kragen etc. kaufen). Unter den "Technical files" gibt es einige brauchbare Hilfsmittel gratis, zB Vergleich internationaler Konfektionsgrößen
Die unteren beiden Fotos von dem beigen Kleid sehen aus, als wären sie für eine Hilfe zum Schnittanpassen fotografiert worden *rolleyes* https://dpstudio-fashion.com/en/sewing- ... iling.html Rücken steht ab, Stoff staut sich auf den Hüften, die Ärmel sitzen auch nicht berauschend gut.
Mir gefallen die Ärmel gut, vor allem, dass sie an der Oberseite (wo der Ellenbogen ist) länger geschnitten sind. Dadurch spannt nichts, wenn man den Arm abwinkelt und das Bündchen bleibt schön gerade. War früher bei Hemdblusen allgemein üblich, ist aber bei Konfektionsmodellen und auch bei Burda irgendwann verschwunden. Aber DP (der Gründer/Betreiber ist Lehrer an einer Modefachschule in Paris) macht das bei den meisten weiten Ärmeln.ju_wien hat geschrieben:Eine andere Art Schleifenbluse https://dpstudio-fashion.com/en/sewing- ... louse.html
Bei dem gelb-weiß-schwarz gestreiften Modell frage ich mich allerdings, warum das linke Bündchen schief zugeschnitten ist. Es ist ja nicht im 45° Winkel, sondern nur leicht schief. Irgendein cooles Designgeheimnis oder einfach beim Zuschneiden verrutscht?
Die Schnitte auf der Seite sehen wirklich spannend aus und dürften auch gut durchdacht sein, aber die genähten Modelle sehen zum Teil nach Anfängerarbeit aus.
Den Rock kann man ja weglassen bzw. den Ausschnitt in einen vorhandenen Blusengrundschnitt kopieren und für eine konventionelle Bluse müsste man vorne einen Knopfverschluss dazu basteln. Das sollte aber möglich sein, da das Schleifenband an der Ausschnittspitze nicht angenäht ist.
Ähnliche Modelle gab es in den letzten Jahren bei Burda immer wieder.
Auf der internationalen Burdastyle-Seite gibt es die Bilderanleitung dazu https://www.burdastyle.com/blog/sewing- ... se-09-2021 die auch für viele andere Blusen passt (allerdings ohne Hemdkragen und Manschetten).
Natürlich nicht für dich, insa-ana, sondern für weniger erfahrene Hobbyschneiderinnen die hier mitlesen
Ansonsten gibt es eine neue "Burda plus", die Vorschau auf die normale November Burda ist noch nicht online.
Und noch eine Bluse mit Monsterschluppe und Monsterärmeln vom Runway https://burdastyle.ru/stati/s-chem-nosi ... -stilyah-/ (in dem Artikel geht es darum, was man zu Lederhosen kombinieren kann).
Die Online-Collection des Museums der Kent University ist übrigens eine Fundgrube https://www.kent.edu/museum/online-collection
Und noch ein Hemdblusenkleid, diesmal mit normalem Kragen https://kent.pastperfectonline.com/webo ... 1538785180 - warum ich es hier verlinke: Die schlaue Lösung, wie man bei einem taillierten Modell Falten und Abnäher zusammen bringt! (Sieht man vor allem auf dem Detailfoto)
Für die Dame mit der türkisfarbenen Bluse sind die Schultern IMO etwas zu breit. Dadurch hängen die Kräusel an der Kugel hinunter.
Ha! Googeln hilft ;-) Die Dame hier hat die technische Zeichnung von dem Blüschen eingescannt http://www.unbiaseddesign.com/silk-char ... -2008-119/ verarbeitet hat sie es ein wenig anders (mit Knopfverschluss an der Schulter). Und noch ein Ausführungsbeispiel. https://selfishseamstress.wordpress.com ... -2008-119/.
Freitag, 24. Dezember 2021
Genähte Stirnbänder und Hauben
ju_wien schrieb am 25.12.2021 in vernadelt.at:
Im Nähtagebuch habe ich schon einige Anleitungen für warme Stirnbänder
gesammelt, aber dort findet man sie ja nur schwer, daher der Versuch,
sie hier geordnet zu sammeln.
Einfache "Schläuche":
https://lilu-kunterbunt.de/tutorial-ein ... stirnband/
https://funkelfaden.de/diy-anleitung-stirnband-nahen/
https://wunderbunt.de/stirnband-naehen/
Mit Drehung, Twist, Knoten:
https://wunderbunt.de/stirnband-naehen/
https://blog.buttinette.com/naehen/stirnband/
https://www.torftrottel.at/stirnband-na ... anleitung/
https://linababedierste.blogspot.com/20 ... r-day.html
https://diy-family.com/stirnband-frau-s ... er-naehen/ (im Nacken breiter, daher am besten zu hochgesteckten Haaren passend)
https://www.musterkitz.com/stirnband/
https://kreativina.de/stirnband-easy-selber-naehen/
Bei dieser Anleitung wird der Stoffstreifen zunächst komplett verstürzt
und dann erst der Knoten genäht. Dadurch sind an der Innenseite keine
Nahtzugaben sichtbar, allerdings sollte der Stoff dafür nicht zu dick
sein (*viele* Lagen, wo der Knoten gefaltet und gesteppt wird).
Geformt mit Ohrenklappen:
https://naehen.com/wp-content/cache/wp- ... .html_gzip
https://thehangrystories.com/2016/01/10 ... hrradhelm/ (basiert auf dem ebook-frosty)
Donnerstag, 7. Oktober 2021
Schnittsammlung Schürzen
ju-wien schrieb am 07.10.2021 auf vernadelt.at:
Bei der Suche nach den Schürzenlinks, die ich schon einmal für mich
gesammelt hatte, bin ich draufgekommen, dass eine Gartenschürze mit
tiefen Taschen schon 2018 geplant war (genauer sogar schon Ende 2017,
als ich die Pläne für das nächste Jahr fasste [Gute Nähvorsätze für 2018])
Geworden ist die erste dann im September 2021, als die Äpfel schon dringend auf's Gepflücktwerden warteten.
Da
Schürzen nicht mehr so oft in den Schnittheften vorkommen (früher gab
es die bei Burda immer einmal zur Weihnachtskeksbackzeit und einmal zum
Frühjahrsputz oder im Frühsommer), beginne ich hier eine Liste mit Links
zu Schnitten und Anregungen. Schnitte kann man sich ja auch selbst
basteln, wenn man sich einmal überlegt hat, was die Schürze "leisten"
soll. Im einfachsten Fall besteht sie aus einem Rechteck mit Bändern
dran.
Hier eine künstlerisch gestaltete Schürze https://dianeericson.com/blogs/journal/ ... on-pattern
Die
Collage macht das Waschen und Bügeln nicht gerade einfacher, würde ich
für eine Gebrauchsschürze also weglassen, aber das Faltschema für den
rechten Schürzenteil zeigt gut, wie die Tasche für eine Pflückschürze
oder auch eine Kluppenschürze konstruiert werden kann, damit die Tasche
viel Raum für Äpfel, Birnen oder eben Wäscheklammern bietet.
Meine hat in der Mitte der Tasche am oberen Rand noch ein Bindeband, damit
sie nicht zu lose hängt. Zum Entleeren der Ernte kann man das Band
lösen.
Einige Schürzenlinks, die ich im August 2021 gesammelt hatte:
https://blog.westfalenstoffe.de/tutoria ... erntezeit/
https://www.landlust.de/dl/3/4/0/9/3/2/ ... uerzen.pdf (findet man hier mit der Suchfunktion https://www.landlust.de/Anleitungen-3379771.html)
Da sieht man leider nur ungefähr, wie sie konstruiert ist https://floritas-kreativtausch.blogspot ... apron.html
Mehr Sack als Schürze https://www.manufactum.at/pflueckschuer ... /?c=172830
und die sieht durchaus brauchbar aus, taucht aber großteils auf sehr merkwürdigen Websites auf https://www.amazon.de/Ardermu-Garten-Ob ... B07GQKGLKK
https://ifep.in/responsive/index.php?id=441033 - Bitte auch die Hinweise unter viewtopic.php?f=72&t=8341&start=195#p128077 beachten.
Noch ein Entwurf von Diane Ericson, diesmal mit vielen Taschen in allen Höhen https://dianeericson.com/blogs/journal/designing-a-maker-apron Für
eine echte Arbeitsschürze sollte man die Taschen so positionieren, dass
sie beim Vorbeugen nicht behindern, wenn man mehr als ein
Papiertaschentuch eingesteckt hat.
Mittwoch, 4. August 2021
Hosenschlitz und Bund
ju_wien schrieb am 04.08.2021 auf vernadelt.at: Bei Müller & Sohn gibt es eine sehr genaue Anleitung für Hosenschlitz und Bund am Beispiel von Herrenjeans
https://www.muellerundsohn.com/allgemei ... enschlitz/
Es
wird dabei auch erklärt, wie man zu viele Stofflagen vermeidet und wo
man die Nahtzugabe vor der Weiterverarbeitung abschneiden muss. Beim
ersten Durchlesen klingt das alles ziemlich kompliziert (vor allem, wenn
man automatisch versucht, alles auf Damenhosen mit der
entgegengesetzten Verschlussrichtung umzudenken), aber es sieht fundiert
aus. Am besten nicht gleich an der Hose ausprobieren, sondern an einem
kleinen Probestück.
Was für mich unter anderem neu war: Der
Untertritt wird absichtlich etwas schräg zugeschnitten, damit er
nachgibt. Ich hatte das bisher als Problem angesehen, da sich ein
Reißverschluss parallel zum Fadenlauf einfacher einsetzen lässt.
Der
Untertritt mit der "Briefecke" am unteren Ende ist auch interessant.
Dadurch wird das untere Ende des Untertritts flacher, da es dort keine
Nahtzugaben gibt.
Eigentlich hatte ich ja nach einem Hosenschlitz
mit Knöpfen gegoogelt, dazu habe ich aber bisher nur die Anleitung im
Buch von Kunder.
Und noch ein paar Beispiele, wie man an diversen Stellen von Kleidungsstücken durch eine Briefecke dünnere Kanten erhält https://www.muellerundsohn.com/allgemei ... ke-naehen/
Donnerstag, 8. Juli 2021
Röhrenfalten
ju_wien schrieb am 08.07.2021 auf vernadelt.at:
In einem älteren Nähbuch (Hilde Vavra: Grundlehre der Schneiderei, Leipzig, Otto Beyer Verlag, 1935) bin ich auf "Röhrenfalten" gestoßen.
Bildunterschrift: Wird der obere von zwei übereinanderliegenden
Stoffteilen gleichmäßig angeschoben, aufgeheftet und einige Zentimeter
lang festgesteppt, so entstehen die sogenannten Röhrenfalten.
Im Text
steht dazu nur, dass der aufzusetzende Teil am abstehenden Oberrand
vorher versäubert werden muss und dass dünne und sehr weiche Gewebe sich
dafür nicht eignen.
Im Foto sieht der obere Rand nicht
versäubert aus, aber da wird wohl nur die Technik dargestellt. Beispiele
für die Anwendung gibt es in dem Buch nicht. Ich habe von diesen
Röhrenfalten noch nie gehört. Im Web findet man unter dem Stichwort
Röhrenfalten vorwiegend Treffer aus der Kunstgeschichte, zB https://www.kunstgeschichte.uni-kiel.de/de/infos-fuer-das-studium/fachausdrucke-bildkunste-ss-2019-neu.pdf https://www.studocu.com/de/document/hochschule-fur-technik-wirtschaft-und-kultur-leipzig/formen-und-werkstoffe-von-kulturgutern/faltenubersicht-historische-gewander-mit-faltenarten-ubersicht-als-chronologische-zusammenfassung/47958746
Anscheinend sind diese Falten in Vergessenheit geraten. Ich überlege grad, was man damit anfangen könnte.
Beim Suchen nach Informationen über die Röhrenfalten gefunden: Da hat jemand Informationen über die Mode der Renaissance zusammengestellt und ganz unten eine Liste von Schnitten angefügt, nach denen man dem Renaissance-Stil nachempfundene Kleider nähen könnte https://www.epochs-of-fashion.com/kost% ... naissance/
Ergänzung April 2025: Am ehesten findet man solche Falten heute bei Vorhängen - da werden sie aber nicht einzeln auf eine Unterlage geheftet und gesteppt, sondern man verwendet ein Vorhangband mit den gewünschten Faltenabständen- und gruppen. Bei Kleidung gibt es ähnliche aufgenähte Falten gelegentlich bei Trachtenschürzen. Und im deutschen Hobbyschneiderinnenforum wurde auch schon darüber diskutiert https://www.hobbyschneiderin24.net/forums/topic/132006-r%C3%B6hrenfalten/
Montag, 24. Mai 2021
Säume mit der Covermaschine
Die übliche Arbeitsreihenfolge beim Nähen eines Kleidungsstücks sieht so aus:
2. Schulter- und Seitennähte schließen
3. Kragen- oder Halsausschnitt
4. Ärmel einsetzen
5. Verschluss
6. Säumen
Dazwischen kann man bei der Anprobe die ideale Länge des Ärmels bzw. die Lage und Breite der Säume festlegen.
Säume mit der Covermaschine näht man aber besser am flachen Kleidungsstück. In der Runde covern ist schwierig (je nach Maschine unterschiedlich, bitte die eigene Anleitung lesen!), bei engen Ärmeln oder Kinderhosenbeinen unmöglich.
Ärmel- und Hosensäume näht man mit der Covermaschine daher ganz am Anfang, Säume an T-Shirts oder Kleidern nach dem Schließen einer Seitennaht.
Mittwoch, 10. Februar 2021
Nähstein und Nähschraube
Im Zuge meiner Smok-Recherchen habe ich heute [Anm: am 10.2.2021] in Therese de Dillmonts
Encyklopädie der weiblichen Handarbeiten geblättert und bin wieder
einmal auf den "Nähstein"
gestoßen. Ein Nähstein ist ein fest gestopfter Polster (wie ein
Nadelkissen oder ein Bügelkissen), der unten mit etwas Schwerem gefüllt
ist (Stein, Metall), damit er dort bleibt, wo man ihn hinstellt. Er wird
so benützt, dass man ihn auf den Tisch stellt und die Stick- oder
Näharbeit mit einer Stecknadel daran befestigt (ggf. auch mit einem Band
oder einer Schnur dazwischen). Dadurch kann man den Stoff leicht
gespannt halten und erzielt gleichmäßigere Stiche.
Eine Variante davon war die Nähschraube, der mit einer Holzschraube (Zwinge) an der Tischplatte befestigt wurde.
Da die Chancen, dass mir ein junger Mann so eine Nähschraube als Brautgeschenk schnitzt, (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%A4hschraube) recht gering sind, habe ich nach Vorbildern gegoogelt.
Hier ein historischer im Museum https://www.fnp.de/lokales/limburg-weil ... 33825.html [Noch ein historischer, der bei Ricardo angeboten, aber nicht verkauft wurde https://www.ricardo.ch/de/a/naehstein-1100912242/
- da sieht man schön, dass unten eine Marmorplatte eingebaut ist (und
ich wüsste gerne, wie die Tapezierernägel da eingeschlagen wurden -
Marmor ist zwar weicher als zB Granit, aber doch um einiges härter als
Holz). - Anmerkung: Link leider nicht mehr aktiv.]
Ansonsten finde ich lustige Blogbeiträge, von Leuten, die
offenbar nicht wissen, wozu man einen Nähstein verwendet (hat). Die
machten sich viel Arbeit, um die Hülle mit Taschen, Schlaufen, Laschen
und Griffen zu bestücken, damit man sein gesamtes Nähzeug dran montieren
kann. https://diesunddas-anne.blogspot.com/20 ... stein.html
https://bjk-impressions.blogspot.com/20 ... ation.html - dann kann man aber die Handarbeit nicht daran feststecken, weil das ganze Zeug im Weg ist.
In
Ermangelung eines Nähsteins (und da ich nicht einmal wusste, dass sowas
schon erfunden worden ist) habe ich manchmal meine Näherei schon an
meinen Jeans festgesteckt. Aber so ein Nähstein wäre schon eleganter!
Zu dem Ricardo-Fund: Im Text steht, dass er "in etwa die selbe Höhe
wie die aus der Schulzeit bekannten Nähsteine" hat, also dürften sich
diese Hilfsmittel in der Schweiz länger gehalten haben als bei uns. Und:
bei näherer Betrachtung ist die Marmorplatte mit Holzleisten
eingefasst, was das Einschlagen der Nägel erklärt
Es wäre auch möglich, dass der Marmor überhaupt "fake" ist (Holz, auf
"Marmor" lackiert) und innen irgendein billigerer Stein für
Standfestigkeit sorgt.
Bei der Suche tauchte übrigens auch ein Nähzubehörgeschäft in Zürich auf, das auch heute noch Nähsteine im Sortiment hat! https://www.keckag.ch/uploads/8XmKHKsX/ ... ite_26.png und das auch sonst einen Besuch Wert sein dürfte https://www.keckag.ch/
(So
gesehen könnte ich einmal anfragen, was das Ding kostet, bevor ich mich
auf die Suche nach ausgefallenem Material und Werkzeug mache.)
Verwendet
werden Nähsteine übrigens heute noch beim Rollieren von edlen
Seidentüchern. Ich kann mich erinnern, dass ich das vor ein paar Jahren
in einem Video über französisches Edelhandwerk gesehen habe.
Übernommen aus vernadelt.at vom Februar 2021. Update 2025: Bei Keck (Zürich) finde ich den Nähstein nicht mehr im Sortiment, dafür jetzt bei dem Schneiderbüsten- und -zubehörhandel Zimmermann in Ibach (Schweiz) https://buesten.ch/naehzubehoer/ Und noch ein unnötig "behübschter" selbstgemachter Nähstein, bei dem aber nichts über die Konstruktion verraten wird https://nadeltwister.blogspot.com/2011/05/frankischer-nahstein.html Amazon- und etsy-Treffer zu "Nähstein" sind aufzunähende Perlen und Glitzersteinchen.
Sonntag, 1. November 2020
Symbole in Strickanleitungen
Diese ausführliche Liste von Strickanleitungssymbolen stammt aus dem "Großen Strickmusterheft" von Burda, 1981:
Wer das Heft antiquarisch findet, sollte zuschlagen! Es enthält über 400 Muster, alle mit Strickschrift und Foto von der fertigen Strickprobe.-
Dieser Thread aus vernadelt.at wurde im Februar 2021 begonnen: Im Nähkurs an der Kunst-VHS haben wir auch ein paar Smok-Muster gestickt und...
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Nächste Woche ist Halloween, also habe ich nicht meine begonnene Jacke fertig genäht, sondern Fledermäuse! (Außerdem gibt es bei so Kleinzeu...


