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Donnerstag, 20. Februar 2025

Tutorial Paspelknopflöcher

Aus www.vernadelt.at vom Jänner 2019 importiert: 

Anleitungen für Paspelknopflöcher gibt es viele. Diese hier enthält eine interessante Verarbeitung der Innenseite: https://www.faitmain-magazine.fr/blog/p ... sepoilees/ (leider nur auf Französisch, aber die Fotos sind sehr gut verständlich, glaube ich)

Donnerstag, 4. Januar 2024

Nähanleitungssammelthread

Übernommen aus dem Forum vernadelt.at (2023). Es kann sein, dass Links nicht mehr funktionieren (insbesonderen Links nach vernadelt.at) Ich werde die ultralangen Threads später noch auf mehrere Posts verteilen und editieren. Zur Zeit geht es mir darum, das Wissen zu erhalten, bevor das Forum geschlossen wird.

ju_wien schrieb: Wenn man im Internet nach einer Anleitung für ein konkretes Nähproblem sucht, findet man ja oft merkwürdige Sachen (-> siehe "So nicht!" Thread).
Daher will ich hier einen Sammelthread mit guten Anleitungen zu diversen Nähproblemen starten.

Cut-outs, enge Rundungen, Nahtzugabe einschneiden https://ratundnaht.de/perfekte-cut-outs ... t-bildern/

In dieser Anleitung geht es zunächst um die Ausführung der Cut-Outs in einem Burda-Modell von vor einigen Jahren. Aber dabei zeigt die Autorin auch, was man generell beachten muss, wenn man enge Kurven näht (kleine Stichlänge, langsam nähen, alle paar Stiche anhalten und das Werkstück neu ausrichten) und wie man die Nahtzugaben an Rundungen beschneidet und einschneidet, damit sich der Stoff beim Wenden willig in die Kurven legt. (Das gilt auch bei Krägen, abgerundeten Taschen und überall, wo Teile an runden Nähten gewendet werden sollen.)

Das Burda-Modell von damals https://www.burdastyle.de/produkt/magaz ... 1020990std In dem großen Muster gehen die cut-outs allerdings unter. Ich würde dafür, wie Jenny, einen einfarbigen oder sehr dezent gemusterten Stoff wählen.

Zu Reißverschlüssen kommen sicher noch mehr Anleitungen, hier zunächst eine, die insa-ana gefunden hat und zwar von Kenneth D. King (Threads Magazine) https://youtu.be/dilNiUyuL28 und eine von Doris & Su https://www.youtube.com/watch?v=kydVdailwAQ In beiden Anleitungen geht es um den nahtfeinen Reißverschluss AKA Nahtreißverschluss. Darüber, ob man den nahtverdeckten RV unbedingt vor dem Schließen der Naht einsetzen muss oder ob es auch nachher möglich ist, sind sich Expert_innen uneins. Beides ausprobieren und dann bei der Methode bleiben, die dir besser liegt!

Das Werkzeug, das King zum Durchziehen des RV-Schiebers verwendet, heißt auf Englisch hemostat, auf Deutsch Gefäßklemme oder Arterienklemme und stammt aus dem Krankenhausbedarf. Wer dazu keinen Zugang hat, probiert es mit einer schmalen Flachzange oder Spitzzange. Außerdem ist es schlau, die provisorische (4 mm-) Steppnaht noch vor dem Anstecken des Reißverschlusses an ein paar Stellen aufzuschneiden, damit man später die Fäden leichter entfernen kann.

Hier noch eine IMO gut gelungene Beschreibung mit Text und Bildern https://www.sandalu.de/nahtverdeckten-r ... einnaehen/ 

 Hier wird gezeigt, wie man einen Reißverschluss direkt mit dem Oberstoff verstürzt einnähen kann https://www.youtube.com/watch?v=Y3xzXpFvzhw

Da es bei dieser Methode nur sehr wenige Nahtzugabe gibt und die NZG am Schlitzende bis zur Naht eingeschnitten werden muss, ist sie nur bei stabilen und wenig fransenden Stoffen empfehlenswert. In der Konfektion findet man solche RV vor allem bei Sportbekleidung (zB unten an den Beinen von Lauf-Tights).

Vorsicht: Bei Metallreißverschlüssen nicht über die Raupen steppen, bei breiten Dekor-Reißverschlüssen ist auch große Vorsicht geboten, wenn man nicht will, dass einem die abgebrochenen Nähmaschinnadeln um die Ohren fliegen!

Auch wenn die Ausführung sich noch verbessern lässt, finde ich die Anleitung gut verständlich.

Das Füßchen, das sie verwendet, ist übrigens kein Reißverschlussfüßchen, sondern wird von der Herstellern als "Overlock"-Füßchen bezeichnet. Wenn man mit der Nähmaschine versäubert, also meistens mit Zick-Zack-Stich, sticht die Nadel rechts außerhalb des Drahtes ein. Dieser Fuß reduziert also die Gefahr, dass sich weiche und dünne Stoffränder beim Versäubern zusammen ziehen und unschöne Wülste bilden.

 In einem Buch von Claire Shaeffer fand ich diese Anleitung, wie man einen normalen Reißverschluss unsichtbar einsetzen kann, allerdings ohne Zeichnungen oder Fotos:

Stitchless Zipper:
A variation of the slot zipper, the stitchless zipper was used extensively in the 1960s. To use this technique, the garment must have a backing.
1. Thread-trace and stay the opening.
2. Turn under the seam allowances; baste. Press.
3. Wrong side up, use running stitches to sew the zipper to the seam allowances only.
4. Fell stitch the edges of the zipper to the seam allowances.
5. Using blindstitches, sew the seam allowances to the backing.



Also, auf Deutsch: der RV wird nur an der Nahtzugabe angenäht, die Nahtzugabe wird an der Einlage fixiert. Damit ist auch klar, wann das gut funktionieren kann und warum es nach den 1960er Jahren nicht mehr so häufig gemacht wurde. Man braucht eine (stabile) Näheinlage, die an der Kante unsichtbar angehext wurde (im Text nicht extra erwähnt, aber das war damals Stand der Technik). Bei den heute üblichen dünnen Bügeleinlagen ist es schwierig, die NZG an der Einlage zu fixieren, ohne, dass Stiche oder auch nur winzige Einbuchtungen an der Außenseite sichtbar werden. Kleben wäre natürlich möglich, aber das ist erstens keine anerkannte Haute Couture Methode und zweitens sieht man geklebte Stellen meistens deutlich, da sich der Stoff dort nicht bewegen kann, aber daneben schon.

Das Buch heißt "Couture Sewing Techniques" und ist in mehreren Auflagen (mit unterschiedlichen Titelbildern) erschienen.

Nebenbei interessant: ich habe kurz gegoogelt, um rauszufinden, ob sie mit "backing" allgemein eine Einlage meint oder eine spezielle Einlage. Die Treffer waren aber fast alle für Anwendungen beim Quilten oder Maschinsticken (jede Menge aufbügelbare Einlagen und Vliese, auswaschbare Folien usw.). In heutigen Nähanleitungen wird meistens der Ausdruck interfacing für die Einlage verwendet. (Lining = Futter; underlining = ein Futter oder feiner Stoff, mit dem der Oberstoff unterlegt und dann wie eine Stofflage verwendet wird, zB bei Spitze oder anderen transparenten Stoffen, interlining = eine Zwischeneinlage, zB ein Wollvlies in einem Wintermantel). Im Threads Magazin gibt es alle paar Jahre langatmige Diskussionen darüber, ob unterlegen oder füttern "besser" ist, nur um ganz zum Schluss dann zu verraten, dass es vom jeweiligen Anwendungsfall abhängt;-)

Und noch eine Methode, einen normalen Reißverschluss fast unsichtbar einzusetzen, gefunden in einer älteren Ausgabe von Threads Magazine (April, Mai 2016, Seite 55 ff https://archives.threadsmagazine.com/th ... ipbook/54/)

Für den Fall, dass der Link irgendwann nicht mehr funktioniert, der Versuch einer Zusammenfassung:

1. Die Reißverschlussöffnung zu heften, Nahtzugaben auseinander bügeln.
2. An der Innenseite den RV mit der rechten Seite nach unten zentriert auf die Nahtzugaben legen, genau positionieren und dann ausschließlich an den Nahtzugaben feststecken.
3. Die Reißverschlussbänder an die Nahtzugaben steppen. Empfohlen wird dabei im Text ein Abstand von 1/4 Zoll, also rund 6 mm von den Rändern des RV-Bandes. Auf dem Foto sieht es aber näher am Rand aus (vielleicht 3 mm), denn ein RV-Band ist rund 1 cm bis 12 mm breit, 6 mm wäre also schon näher bei der Raupe als beim Rand).
4. Mit großer Stichlänge und ev. einer Kontrastfarbe von der Außenseite durch alle 3 Lagen steppen (Maschinheften), und zwar ca. 1/4 Zoll (6 - 7 mm, füßchenbreit) von der Mitte und bis etwa 2 cm unterhalb vom Ende der Reißverschlussöffnung.
5. Die Heftnaht von der Reißverschlussöffnung entfernen und den RV ein Stück öffnen.
6. Das Werkstück entlang der bei 4. angebrachten Heftnaht rechts auf rechts falten, den Blindstichfuß der Nähmaschine verwenden und das Werkstück so unter die Maschine legen, dass die rechte Hälfte des Fußes auf der Nahtzugabe (mit dem RV-Band darunter) liegt und das Führungsteil des Blindstichfußes genau an der Falte anliegt.
Blindstich einstellen und nähen. Wenn man beim Schieber ankommt, muss man das Füßchen heben, um ihn aus dem Weg zu schieben. Dabei die Nadel im Stoff lassen, damit nichts verrutscht.
Anschließend die andere Seite genau so falten und nähen.

Wenn man alles richtig gemacht hat, sind auf der rechten Seite nur winzige Stiche zu sehen.

Diese Methode funktioniert am besten bei nicht zu dünnen Stoffen und bei Stoffen mit etwas "Struktur". Da sieht man die winzigen Blindstiche (die ja eigentlich die linken Enden vom Zickzack sind) so gut wie gar nicht, wenn das Nähgarn gut auf den Stoff abgestimmt ist.

Wer noch nie mit dem Blindstichfuß gearbeitet hat und sich nicht vorstellen kann, wie das funktionieren soll, hier eine Anleitung von Bernina https://blog.bernina.com/de/2017/04/anl ... ch-saeume/ da geht es zwar um einen Hosensaum, aber die Vorgangsweise ist genau die gleiche wie oben. Und noch eine zweite Vorführung eines Blindstiches https://www.marjakatz.de/2017/02/sicher ... chine.html

Bei diesen beiden Anleitungen haben die Füßchen ein weißes Kunststoffteil als Führung, bei anderen Fabrikaten gibt es in der Mitte des Füßchens ein dünnes Blech. Der Blindstich besteht aus einer Abfolge von mehreren kurzen Steppstichen (rechts) und einmal Zickzack (links), das ist bei allen mir bekannten Haushaltsnähmaschinen gleich. Bei manchen kann man die Stichbreite so justieren, dass die Nadel links wirklich nur einen Teil des Fadens erfasst. Das erfordert aber Übung und ein paar Probenähte, um sich an den jeweiligen Stoff heranzutasten. Da mit der Hand Säumen auch nicht länger dauert, verwende ich den Blindstichfuß für normale Säume recht selten, aber das mit dem unsichtbar eingenähten RV will ich jedenfalls ausprobieren!

 Handziernaht mit "Linienspiegel". Schöne Handnähte können eine Zierde sein, wenn man sie schön gleichmäßig hinkriegt. In diesem Video zeigt Kenneth D. King, wie man sich die Arbeit erleichtern kann, indem man eine Maschinheftnaht als "Linienspiegel" erstens für die gerade Linie und zweitens für gleichmäßige Länge der einzelnen Stiche verwendet https://www.sewdaily.com/sewing/dressma ... le-stitch/

Kurzzusammenfassung: Zunächst mit der Maschine mit großer Stichlänge und gelockerter Oberspannung eine Heftnaht anbringen, wo nachher die Ziernaht hin soll. Er verwendet außerdem in der Unterspule ein festeres Garn (Knopflochgarn), damit er die Fäden später leichter rausziehen kann. Dann mit dem Zierfaden anhand der Maschinstiche immer 2 oben, 2 unten oder 2 oben, 1 unten oder wie immer man will, Vorstiche nähen. Anschließend den Unterfaden an ein paar Stellen durchknipsen, heraus ziehen. Der Oberfaden löst sich von selbst.

Er bezeichnet die Ziernaht als "saddle stitch", also Sattelstich. In anderen Quellen wird mit saddle stich eine Handnaht mit 2 Fäden und 2 Nadeln bezeichnet, die wir als "Zwienaht" kennen und die vor allem in der Lederverarbeitung üblich ist. Grundsätzlich aber ziemlich alle Zierstiche entlang so einer gesteppten einer Hilfslinie nähen. Man sollte nur versuchen, die maschingesteppten Fäden nicht allzu oft anzustechen, sonst wird später das Entfernen schwierig.

In diesem Video werden einige Probleme und Fehler beim Einsetzen von nahtfeinen Reißverschlüssen besprochen https://www.youtube.com/watch?v=Np-2eF407HI

 Etwas langatmig, aber eine interessante Methode, den Hosenreißverschluss einzusetzen! https://www.youtube.com/watch?v=W-ItX5EP08o Er näht den RV zunächst an den Untertritt an, bügelt dann die Nahtzugabe auf der Untertrittseite so zurück, dass sie beim unteren Schlitzende etwas vorsteht (dadurch wird verhindert, dass der Zip später blitzt) und steppt dann den Untertritt mit dem RV unter. Die Ziersteppnaht, die den Beleg hält, näht er von innen, dadurch sieht man besser, wo der RV endet. Untertritt und Beleg werden an zwei Stellen fixiert, damit nichts flattert.

Noch ein Hosenreißverschluss, diesmal nicht ganz zu Beginn, sondern erst in die fast fertige Hose eingesetzt! https://www.youtube.com/watch?v=2df1b7oSjoI Nebenbei sieht man da, dass Profis den RV mit dem normalen Nähfuß einsetzen. Die Füßchen von Industrienähmaschinen sind allerdings etwas schmäler als bei den meisten Haushaltsnähmaschinen, da sie ja nur Geradstich machen.

Und eine geniale Hilfe, die ganz leicht zu beschaffen ist: bei ungleich dicken Nahtstücken verwendet sie auf der dünneren Seite als Unterlage in PP-Band wie es zum Verschließen zu Kartons verwendet wird und täglich in großen Mengen im Müll landet. (Einfach im nächsten Supermarkt oder Baumarkt danach fragen.)

Auch Sebastian Hoofs steppt den Hosenreißverschluss zunächst auf den Untertritt und dann beide gemeinsam an den Hosenschlitz. Wie es sich für gute Maßarbeit gehört, wird ein bisschen geheftet. Die Ziersteppnaht wird bei Hoofs handgenäht (mit Punktstichen). https://www.youtube.com/watch?v=l3kFgUESzB4 Nebenbei werden ein paar Geheimnisse von Herrenmaßhosen gelüftet.

 Noch ein Hosenreißverschluss, diesmal von Su (Doris & Su) gezeigt https://www.youtube.com/watch?v=F8Q6gXTdpYA
Sie erklärt viele Details, sogar wie man beim Overlocken um die engen Kurven zwischen Schnittzugaben und vorderer Schrittnaht kommt. (Ich beneide sie grad um die Industieoverlock mit Kniehebel.) Den Schlitzbeleg (Untertritt) näht sie zum Schluss an. Und Doris zeigt, wie man den Taschenbeutel im RV mit einfassen kann https://www.youtube.com/watch?v=4sO_mRpB7z0

Der Hosenreißverschluss bei Jeans, gezeigt von Walter Lunzer. Er verwendet wieder eine etwas andere Reihenfolge https://www.youtube.com/watch?v=5-eWQG5i5JQ 

 Wie man einen Hosenreißverschluss in eine fertig genähte Hose einsetzen kann, erfährt man in Reparaturvideos, hier von Burda und Gütermann https://www.youtube.com/watch?v=QQzouXB5SXc

Ich habe bei meinen eigenen Jeans beim RV-Tausch viel weniger aufgetrennt und das RV-Band an de Übertrittseite nicht am abgelösten Beleg angesteppt, sondern durch Beleg und Oberstoff von außen. Die gelbe Jeans-Ziersteppnaht ist daher intakt geblieben und die Naht, mit der ich den Reißverschluss angesteppt habe ist mit passend blauem Garn nahezu unsichtbar, aus normaler Distanz völlig unsichtbar. Die oberen Enden der RV-Bänder habe ich auch nur sorgfältig zur Seite gebogen und fixiert und mir dadurch das Auftrennen und neu Steppen des Bundes erspart.

Ha! Sebastian Hoofs verwendet zum Aufbügeln von Einlage die gleiche Bügelpresse, die ich seit einigen Jahren auch verwende https://youtu.be/PjjQFP4KfpM?t=223 Für Kragen, Manschetten und sonstige Kleinteile ist die genial und für große Teile (ganze Jacken- oder Mantelvorderteile) ist sie im Hausgebrauch auch ausreichend.

Solche und ähnliche Bügelpressen findet man gebraucht bei willhaben oder ebay mit etwas Geduld um einstellige oder niedrig zweistellige Eurobeträge. (Wenn der Überzug nicht mehr schön ist, kann man ja einen neuen nähen.)

Der Vorteil der Bügelpresse gegenüber dem Bügeleisen ist nicht nur die Größe (man kann mehrere Kleinteile auf einmal aufbügeln), sondern auch, dass man nichts verschiebt, wenn man das Bügeleisen irrtümlich nicht immer wieder neu aufsetzt oder mit etwas Abstand darüber schwebt, wie Basti das vorführt, sondern wie beim normalen Bügeln weiter rutscht. Außerdem haben alle Dampfbügeleisen in der Sohle Löcher für den Dampf, die je nach Modell und verwendeter Einlage zu mehr oder weniger großen Komplikationen führen können (schlecht haftende Einlage, kleine "Gupferl" usw.). Es gibt auch Bügelpressenmodelle mit "Dampfautomatik", aber sicherer funktioniert ein feuchtes Tuch.

Im Video insgesamt wird gezeigt, wie man einen abnehmbaren Herrenhemdkragen anfertigt. https://youtu.be/PjjQFP4KfpM Viele Schritte sind bei einem fix angenähten Kragen natürlich genauso.

Sichtbar eingesetzter Reißverschluss in einer Nahttasche https://www.youtube.com/watch?v=NC9WaXRkkU8
Die bebilderte Anleitung zum Video https://www.einfach-naehen.com/seitlich ... erschluss/

Auf die gleiche Art kann man einen Reißverschluss auch in anderen Nähten sichtbar einsetzen, zB im Rücken eines Kleides. An Stelle des Taschenbeutels näht man dann nur ein kleines Stoff- oder Futterstück an, um die Enden und eine Kante oder auch nur ein Ende zu verstürzen.

Es ist sinnvoll, den Stoff zumindest dort, wo später eingeschnitten wird, mit Bügeleinlage zu sichern, je nach Material kann man auch den ganzen RV-Bereich mit Einlage verstärken. Außerdem sollte man beim Ansteppen der Taschenbeutel oder des Stoffstückes an den Enden eine kurze Stichlänge verwenden. Das erleichtert es einerseits, punktgenau die Markierungen zu treffen und sorgt zweitens dafür, dass der Stoff nicht so leicht ausfranst bzw. Maschen laufen.

(Sobald ich eine bessere Anleitung gefunden habe als oben verlinkt, wird der Beitrag hier editiert.)

Wie man bei einem Kleidungsstück mit nahtverdecktem Reißverschluss den Beleg verstürzt https://www.youtube.com/watch?v=4nZLJZLf0Sg
Es wird hier am Beispiel eines Rocks mit Passe gezeigt, funktioniert aber bei Kleidern mit Beleg am Halsausschnitt genauso.

Noch eine Anleitung, wie man einen RV in ein Kleidungsstück ohne Teilungsnaht einsetzen kann (zB Rollkragenpullover, Polohemd etc) https://youtu.be/JVJeDmtcets?si=3RAMzIUnQ5OFg0HH
Als sie knapp neben der längs gesteckten Nadel entlang gesteppt hat, habe ich die Luft angehalten. Das ist so nicht empfehlenswert, denn dabei verzieht sich der Stoff leicht und im schlimmeren Fall gibt es Nadelbruch.

Und das gleiche noch einmal ausführlicher und genauer gezeigt. Die Erklärungen sind auf Spanisch, aber man sieht auch ohne Spanischkenntnisse gut, worauf es ankommt https://youtu.be/nj1jkt9RASg?si=xWK7-fPh5tI1PKFV 

Wenn man sich das ganze vor dem Zuschneiden überlegt hat, kann man durch geschickte Anordnung von Teilungsnähten das Einsetzen des Reißverschlusses deutlich vereinfachen!
Sweatshirt mit Stehkragen https://www.youtube.com/watch?v=ebs6_C_pqzU
Krageneinsatz mit Reißverschluss (ebenfalls ein Sweatshirt oder ein Fleece-Sweater) https://www.youtube.com/watch?v=blPVtZpA3TA
Troyer https://www.youtube.com/watch?v=blPVtZpA3TA

Dienstag, 21. Juni 2022

Kappnähte an Blusen und Hemden

Übernommen aus www.vernadelt.at

ju_wien schrieb am 22.06.2022:

Auf der russischen Burdaseite gibt es ein paar Anleitungen für maschingesteppte Nähte, mit denen auch versäubert wird, also Kappnähte und französische Nähte. Dabei zeigen sie nicht nur, wie man die Nähte an geraden Stoffstücken anfertigt (dafür gibt es Millionen Anleitungen in Büchern und im Web), sondern auch beim Einsetzen von Hemden- und Blusenärmeln und bei Seitennähten mit Schlitz.

Die Google-Übersetzung ist ein bisschen lustig, aber man erkennt schon, wie es funktioniert.

https://burdastyle-ru.translate.goog/ma ... r_pto=wapp (Zusammenfassung maschingesteppte Doppelnähte)

https://burdastyle-ru.translate.goog/ma ... r_pto=wapp Einsetzen und Versäubern von Ärmeln mit Kappnaht) - das funktioniert nur bei flachen oder mittelhohen Ärmelkugeln ohne Falten oder Kräusel. Bei hohen oder gezogenen Kugeln könnte man die Nahtzugaben mit Schrägband einfassen, wenn man sie nicht mit Zickzack oder Overlock versäubern will (zB bei transparenten Stoffen.

https://burdastyle-ru.translate.goog/ma ... r_pto=wapp Kappnaht in Verbindung mit einem Schlitz mit gerundetem Saum

https://burdastyle-ru.translate.goog/ma ... r_pto=wapp Die korrekte Nahtverarbeitung bei einem Herrenhemd. Ich wüsste gerne, wie Industrienäherinnen das machen, denn für Heften ist keine Zeit, das Ergebnis muss aber trotzdem perfekt sein, zumindest bei den etwas besseren Marken. Zum Umbügeln der Kugelzugabe gibt es in den Fabriken wahrscheinlich Schablonen.

https://burdastyle-ru.translate.goog/ma ... r_pto=wapp Französische Naht

https://burdastyle-ru.translate.goog/ma ... r_pto=wapp Französische Naht die in einem Schlitz endet.

https://burdastyle-ru.translate.goog/ma ... r_pto=wapp und https://burdastyle-ru.translate.goog/ma ... r_pto=wapp Verarbeitungstipps für extrem dünne, weiche Stoffe (Seidenchiffon und ähnliche). ZB: Am Nahtanfang Papier unterlegen, damit der Stoff nicht ins Stichloch gezogen wird, analoge Nähte in die gleiche Richtung nähen, damit sie sich nicht unterschiedlich dehnen und, vor allem: Zeit nehmen und geduldig und konzentriert arbeiten.

Noch eine sehr lustige Google-Übersetzung - der "orangefarbene Stick" ist ein Manikürstäbchen aus Holz, mit dem man die Nahtzugabe knapp vor dem Nähmaschinenfuß oder seitlich davon glatt halten kann https://burdastyle-ru.translate.goog/ma ... r_pto=wapp

Samstag, 19. Februar 2022

Gabelstich

ju_wien schrieb am 20.02.2023 in vernadelt.at: 

In der "Fachkunde Kleidermachergewerbe" von Salatsch und Werner (Wien, 1920) steht in der Materialkunde, dass es lange, halblange und kurze Nähnadeln gibt. Lange würden in der Damenschneiderei verwendet, wo "für den sogenannten Gabelstich und insbesondere zum Einziehen von Volants und Rüschen eine besondere Länge der Nadel erforderlich ist", halblange in der Herrenschneiderei und kurze von Schustern.

Gabelstich kenne ich nicht, Suchmaschinen liefern mir Chronikmeldungen über Verletzungen mit Gabeln. Auch die Suche nach Beschreibungen von Handstichen im Web und in alten Büchern war bis jetzt nicht erfolgreich. Wie also geht der Gabelstich?

Meine einzige Idee ist, dass der "Gabelstich" etwas mit Reihfäden (zum Einreihen von weiten Röcken, Rüschen, Puffärmeln ...) zu tun hat, denn ich glaube, dass ich im Zusammenhang mit Dirndln irgendwann den Ausdruck "aufgabeln" gelesen habe. Das wäre dann einfach eine Variante von Vorstich, wobei man immer mehrere Stiche macht, bevor man den Faden durchzieht.

Weiß jemand mehr?

ju_wien antwortete wenig später: 

Selbst gefunden, nicht den Ausdruck "Gabelstich", sondern "gabeln" - und dabei gelernt, dass ich das Einreihen in all den Jahren falsch gemacht habe! Und einen Expert_innenstreit habe ich offenbar auch gefunden 

Für gewöhnlich glaubt man, einreihen zu können, wenn man durch Gabeln mit der Nadel einige Vorstiche ausführt, die Nadel aus dem Stoff zieht und von neuem gabelt. Das hat jedoch mit fachgemäßem Einreihen nichts zu tun, denn bei diesem bleibt die Nähnadel von Anfang bis Ende einer Reihlinie im Stoff, ohne zwischendurch ausgezogen zu werden. Der Reihfaden muss der Länge des einzureihenden Teils entsprechen, die Reihnadel soll möglichst kurz sein. Man beginnt mit Knoten und befestigendem Rückstich, gabelt die Nadel in den Stoff und hält den Stoffrand zwischen Daumen und Zeigefinger beider Hände. Den Arbeitsanfang steckt man am Schoß fest, so daß der Stoffrand gestrafft werden kann. Nun schiebt man mit dem Mittelfinger der rechten Hand die von Daumen und Zeigefinger gehaltene Nadel vorwärts, während die linke Hand den Stoff vor der Nadel auf- und abbewegt. Die Nadel faßt stets einige Gewebefäden, führt also die Stiche aus, die höchstens 2 mm lang sein dürfen. Der Reihfaden zieht sich dabei von selbst nach; bei langen Reihlinien kann etwa in der Hälfte der Länge die Nadel einmal heraus und der Faden nachgezogen werden, so daß er da als Schlinge hängenbleibt. - Um die Stoffweite besser verteilen zu können, reiht man mindestens zweimal im Abstand von 1/2 - 1 cm. Die Fadenenden befestigt man zunächst, indem man sie mehrfach um senkrecht eingesteckte Stecknadeln wickelt. Erst wenn die Weite feststeht, werden die Reihfäden von links fest verstochen.

Quelle: Hilde Vavra: Grundlehre der Schneiderei, Leipzig, Berlin, 1935.

"Gabeln" ist also kein speziell österreichischer oder süddeutscher Ausdruck, sondern auch weiter im Norden üblich (gewesen). Es dürfte einfach das (gerade?) Einstechen der Nadel in den Stoff bezeichnen (was aber bei jeder Art von Stich passiert?) Zum Unterschied von Salatsch und Werner (für den Gabelstich sind Nadeln besonderer Länge erforderlich), verwendet Vavra möglichst kurze Nadeln. Die von ihr angegebene Stichlänge von 2 mm halte ich zum Einreihen für etwas kurz - da entstehen keine Fältchen, sonder nur winzige Kräusel. So enges Einreihen ist bei hauchdünnen Stoffen sinnvoll oder, wenn man gar nicht einreihen will, sondern nur einhalten, also keine Kräusel sichbar sein sollen, sondern der Stoff an dieser Stelle kürzer werden soll (vor allem bei Ärmelkugeln oder an der hinteren Schulternahtlinie oder wenn man irgendwo einen Abnäher vermeiden will und die Überweite oder -länge lieber einhält). Bei einem Baumwollrock, einer Schürze oder gezogenen Blusenärmeln würde ich eine Stichlänge von ca. 4 - 6 mm verwenden, viel länger nicht, da sich die gezogene Partie sonst schlecht weiter verarbeiten lässt.

Wenn man damit rechnet, dass man den Rock irgendwann in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten weiter machen muss, ist es übrigens schlau, die Reihfäden innen nicht zu vernähen, sondern zu verknoten und etliche cm hängen zu lassen.

Mittwoch, 4. August 2021

Hosenschlitz und Bund

ju_wien schrieb am 04.08.2021 auf vernadelt.at: Bei Müller & Sohn gibt es eine sehr genaue Anleitung für Hosenschlitz und Bund am Beispiel von Herrenjeans
https://www.muellerundsohn.com/allgemei ... enschlitz/

Es wird dabei auch erklärt, wie man zu viele Stofflagen vermeidet und wo man die Nahtzugabe vor der Weiterverarbeitung abschneiden muss. Beim ersten Durchlesen klingt das alles ziemlich kompliziert (vor allem, wenn man automatisch versucht, alles auf Damenhosen mit der entgegengesetzten Verschlussrichtung umzudenken), aber es sieht fundiert aus. Am besten nicht gleich an der Hose ausprobieren, sondern an einem kleinen Probestück.

Was für mich unter anderem neu war: Der Untertritt wird absichtlich etwas schräg zugeschnitten, damit er nachgibt. Ich hatte das bisher als Problem angesehen, da sich ein Reißverschluss parallel zum Fadenlauf einfacher einsetzen lässt.

Der Untertritt mit der "Briefecke" am unteren Ende ist auch interessant. Dadurch wird das untere Ende des Untertritts flacher, da es dort keine Nahtzugaben gibt.

Eigentlich hatte ich ja nach einem Hosenschlitz mit Knöpfen gegoogelt, dazu habe ich aber bisher nur die Anleitung im Buch von Kunder.

Und noch ein paar Beispiele, wie man an diversen Stellen von Kleidungsstücken durch eine Briefecke dünnere Kanten erhält https://www.muellerundsohn.com/allgemei ... ke-naehen/

Donnerstag, 8. Juli 2021

Röhrenfalten

ju_wien schrieb am 08.07.2021 auf vernadelt.at:

In einem älteren Nähbuch (Hilde Vavra: Grundlehre der Schneiderei, Leipzig, Otto Beyer Verlag, 1935) bin ich auf "Röhrenfalten" gestoßen.


Bildunterschrift: Wird der obere von zwei übereinanderliegenden Stoffteilen gleichmäßig angeschoben, aufgeheftet und einige Zentimeter lang festgesteppt, so entstehen die sogenannten Röhrenfalten.

Im Text steht dazu nur, dass der aufzusetzende Teil am abstehenden Oberrand vorher versäubert werden muss und dass dünne und sehr weiche Gewebe sich dafür nicht eignen.

Im Foto sieht der obere Rand nicht versäubert aus, aber da wird wohl nur die Technik dargestellt. Beispiele für die Anwendung gibt es in dem Buch nicht. Ich habe von diesen Röhrenfalten noch nie gehört. Im Web findet man unter dem Stichwort Röhrenfalten vorwiegend Treffer aus der Kunstgeschichte, zB https://www.kunstgeschichte.uni-kiel.de/de/infos-fuer-das-studium/fachausdrucke-bildkunste-ss-2019-neu.pdf https://www.studocu.com/de/document/hochschule-fur-technik-wirtschaft-und-kultur-leipzig/formen-und-werkstoffe-von-kulturgutern/faltenubersicht-historische-gewander-mit-faltenarten-ubersicht-als-chronologische-zusammenfassung/47958746

Anscheinend sind diese Falten in Vergessenheit geraten. Ich überlege grad, was man damit anfangen könnte.

Beim Suchen nach Informationen über die Röhrenfalten gefunden: Da hat jemand Informationen über die Mode der Renaissance zusammengestellt und ganz unten eine Liste von Schnitten angefügt, nach denen man dem Renaissance-Stil nachempfundene Kleider nähen könnte https://www.epochs-of-fashion.com/kost% ... naissance/

Ergänzung April 2025: Am ehesten findet man solche Falten heute bei Vorhängen - da werden sie aber nicht einzeln auf eine Unterlage geheftet und gesteppt, sondern man verwendet ein Vorhangband mit den gewünschten Faltenabständen- und gruppen. Bei Kleidung gibt es ähnliche aufgenähte Falten gelegentlich bei Trachtenschürzen.  Und im deutschen Hobbyschneiderinnenforum wurde auch schon darüber diskutiert https://www.hobbyschneiderin24.net/forums/topic/132006-r%C3%B6hrenfalten/